Die Kamera steht im Gehege, die Zuschauer sitzen irgendwo auf der Welt. Dazwischen braucht es einen Weg, der den Internetanschluss am Gehege nicht überlastet und trotzdem für viele Leute gleichzeitig funktioniert.
Der Aufbau
Im Haus steht ein kleiner gebrauchter Lenovo, kaum größer als ein Buch. Er holt sich das Bild der Kamera über das lokale Netz und schickt genau einen Stream zum Server. Egal ob zehn oder hundert Leute zuschauen: Über den Anschluss am Gehege geht immer nur dieser eine Stream.
Der Server bei einem Hoster in Frankfurt nimmt den Stream an und verteilt ihn weiter. Im Browser kommt das Bild per WebRTC an, also mit wenigen Sekunden Verzögerung. Das ist wichtig: Wer füttert, soll die Hennen auch wirklich anrennen sehen, und nicht erst eine halbe Minute später.
Seit dem 13. Juli 2026 läuft der Server, zunächst nur mit einer „Bald geht es los“-Seite. Am 16. Juli kam das erste echte Kamerabild durch.
Kleine Dinge, die groß wurden
- Die Kamera hat kein 1080p. Die 16:9-Stufen pressen das Bild in die Breite, das sieht man an den Hühnern sofort. Deshalb läuft sie in 4:3 mit 2048 × 1536 Bildpunkten und 20 Bildern pro Sekunde, und die Webseite schneidet auf 16:9 zu.
- Jeder Blick in die Kamera-App im hochauflösenden Modus reißt den Stream ab, weil dann ein zweiter Vollstrom über die Leitung geht. Zuschauen also auf der Webseite, nicht in der App.
- Auf Ton verzichte ich erst einmal bewusst. Das Mikrofon der Kamera würde sonst Gespräche und Geräusche aus den Nachbargärten einfangen, und das geht niemanden etwas an. Der Lenovo wirft die Tonspur deshalb weg, bevor irgendetwas das Haus verlässt.
- Ein kleiner Wachhund auf dem Lenovo prüft alle 30 Sekunden, ob noch Bilder fließen, und startet die Übertragung sonst neu. Seitdem heilt sich das Setup nach Stromausfällen von selbst.
Das alles klingt nach viel Technik für ein paar Hühner. Es ist aber genau der Teil, der seitdem am wenigsten Ärger macht.